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Die Musik hat in der muslimischen Gesellschaft stets eine wichtige Rolle gespielt. Schon in der frühislamischen Zeit wurden Ereignisse wie Pilgerfahrten, Hochzeiten und sonstige Feierlichkeiten mit Musik begleitet.

Das Schwergewicht der Musik in frühislamischer Zeit lag auf der Vokalmusik. Die damaligen Araber, die für ihre Dichtung sehr bekannt waren, spielten die Musik als Begleitung zu den Gedichten. Die Grundform dieser klassischen arabischen Musik, die auf der Tonart maqam (pl. maclamat), dem Stil tabcun (wörtl.: Charakter) und der Spielfreude tarab beruht, ist vor allem in der kompositorischen Tradition des Mashreq* (arabischer Osten) bewahrt. Zu den Musikinstrumenten, die im 7. Jahrhundert verwendet wurden, zählten Laute, Pandora, Psalterium, Harfe, Flöte, Schalmei, Horn, Tamburin, Kastagnetten und Trommeln.

Die klassische Musik der muslimischen Welt ist melodisch und macht Gebrauch von einer größeren und subtileren Palette von Intervallen als im Westen üblich. Die Ausbreitung dieses Stils ging mit der Ausbreitung des Islams einher, ohne dass andere, regional bedingte Stilformen unterdrückt wurden. Auch die Musiktheorie entwickelte sich, gewöhnlich im Zusammenhang mit der "ud" genannten Kurzhalslaute, einem der beliebtesten Instrumente.

Die Musik diente auch verschiedenen religiösen Zwecken. Die musikalische Rezitation des Koran brachte die Faszination des Wortes den Menschen näher. Unzählige Lesarten des Korans entwickelten sich vor allem seit der Abbasidenzeit. Heute gehört die Rezitation des Koran zu den großen Kulturereignissen in den islamischen Gesellschaften. Internationale Wettbewerbe werden ausgetragen und die besten Rezitatoren ausgezeichnet. Der Gebetsruf wird ebenfalls rezitiert und gesungen.

Die Liste der großen Meister, die ihren Beitrag zum klassischen Repertoire geleistet haben, ist lang: Yunus al-Katib (gest. 765) der eine Sammlung arabischer Lieder in seinem Buch Kitab al-nagham (Buch der Melodien) zusammenstellte, Ibrahim al-Mausili (743 - 804), der berühmte Sänger und Gesangslehrer in Bagdad, sein Schüler Ziryab (Abu-l-Hasan Ali ibn Nafici), ein persischer Sänger und Musiker, der im 9. Jh. von Bagdad nach Cordoba emigrierte und die andalusische Musik durch neue Kompositionsformen und die Einführung der fünften Saite auf der Laute bereicherte, Abu al Faradsch al Isfahani (897-967) der mit seinem Buch al-aghani (Buch der Lieder) der Musikwissenschaft einen entscheidenden Beitrag bezüglich der Musik in der Anfangszeit des Islam gibt oder nicht zuletzt die Philosophen, dazu al-Kindi (ca. 794-874), der die Zusammenhänge der Musik mit den Elementen, den Temperaturen, den Jahreszeiten und den Himmelsrichtungen herzustellen versuchte, oder al-Farabi (878-950), der auch ein großes Werk über die Musik (Kitab al-musiqi al-kabir) verfaßt hat und Ibn Sina (Avicenna, 980-1037), der die Musik eher unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten untersuchte. Die alles überragende Gestalt in der Musiktheorie bis zum 15. Jahrhundert war Safi al-Din (gest. 1294), auf dessen Abhandlungen Kitab al-adwar (Buch der Tonarten) und Risala al-scharafiya fi al-nisab al-talafiya (Die scharafitische Abhandlung über Intervallbeziehungen). Im osmanischen Reich schufen die Sufiorden eine liturgische Musik mit eigenem Stil und Repertoire, insbesondere die Maulawi-Zeremonie "ayin-i serif", in deren Rahmen der Derwischtanz zelebriert wird, ist bis heute erhalten. Die Janitscharenmusik mit ihren Schalmeien, Trompeten, Zimbeln und Kesselpauken wurde im 18. Jhd, durch Mahmud II (Regierungszeit 1808-1839) mit den Militärkapellen westlichen Stils ersetzt.

Verboten?

Die Haltung der islamischen Lehre zur Musik ist ambivalent; obwohl dem Koran keine negative Äußerung zur Musik zu entnehmen ist, lehnen viele Gelehrte die Musik ab, weil sie eher die Sinne als den Geist anregen würde. Hierzu werden hadithe vom Propheten überliefert, die von anderen Gelehrten und Forschern als schwach und unzuverlässig bezeichnet werden (Yusuf al Qaradawi, Erlaubtes und Verbotenes im Islam, S. 254).

Der Rechtsgelehrte Abu Bakr al-Arabi sagt: Es gibt keinen zuverlässigen hadtih über das Verbot des Singens", und ibn Hazm sagt: "Alles was hierüber berichtet wird, ist falsch und erfunden.

Offensichtlich haben sich viele Gelehrte gegen die Musik geäußert, da sie oft mit Trinkgesellschaften und anderen sündigen Taten verbunden ist. Übereinstimmend wird vertreten, dass der Gesang und die Art der Musik im Einklang mit der islamischen Ethik stehen muss und nicht zu Übertreibungen führen darf, die die Menschen dazu veranlassen, die Pflichten gegenüber Gott und den Menschen zu vernachlässigen.
Authentische Hadithe belegen, dass der Prophet und seine Gefährten dem Gesang zugehört und die Musik zu feierlichen Anlässen ausdrücklich empfohlen haben.

Aischa berichtet, dass der Prophet Muhammad ihr, nachdem sie von einer Hochzeit zurückkehrte, sagte: "Aischa, haben sie dabei Unterhaltsamkeit gehabt? Die .... lieben Unterhaltsamkeit." (aus Buchari).

Ibn Abbas sagte: Aischa verheiratete ein mit ihr verwandtes Mädchen mit einem Mann. Der Prophet kam und fragte: "Hast du einen Sänger mit ihr geschickt?" Aischa antwortete: "Nein." Da sagte Allahs Gesandter: "Die .... sind Leute, die Gedichte mögen. Du hättest jemanden mitschicken sollen, der singt."

In seinem Ihya ulum ad-din erwähnt Imam al Ghazali den hadith über die singenden Mädchen, über die Abbesinier, die in der Moschee .... spielten, wie der Prophet sie mit den Worten ermutigte: "Macht weiter O Banu Arfida", wie er seine Frau Aischa fragte, ob sie zuschauen wollte und mit ihr da stand, bis sie selbst genug davon hatte und wegging.
(Im Teil über Verhalten, Abschnitt Gesang).